Dackel Temperament

Der Dackel und sein Temperament – Sturkopf aber Pflegeleicht?

Für die meisten Menschen ist es wichtig, wie sich der Hund in das Familienleben einfügt. Jeder Hund ist individuell und hat seine ganz eigenen Charakterzüge. Jedoch werden diese Maßgeblich von der Rasse beeinflusst. Doch welche Eigenschaften sind dem Dackel zu eigen?

Wer nach einem treuen Gefährten sucht, der loyal und liebevoll zu Herrchen oder Frauchen steht, dann ist der Dachshund genau die richtige Wahl. Aber Dackel sind auch stur und eigensinnig. Wer nicht bereit ist, ab und zu die Eskapaden seines Hundes hinzunehmen, der sollte sich anderswo umsehen.

Im folgenden Artikel werde ich euch erklären, was ich mit „Eskapaden“ meine und was man dagegen unternehmen kann. Ein Dackel kann nämlich gerade für Familienmenschen ein Segen sein.

Warum ist die Erziehung eines Dackels besonders wichtig?

Dackel sind dafür bekannt, intelligent, aber sturköpfig zu sein. Sie mögen es nicht, wenn man ihnen Entscheidungen abnimmt und machen Dinge gerne auf eigene Faust. Daher ist es wichtig, dass man professionelle Hilfe bei der Erziehung eines jungen Hundes aufsucht.

Seien wir ehrlich… es ist ein gutes Gefühl, wenn man den Hund an der langen Leine lassen kann und weiß, dass nichts Unangenehmes passiert. Doch beim Dackel kann man da nie so sicher sein. Schlecht trainierte Dackel sind oft misstrauisch und fühlen sich schnell unwohl, wenn sie sich nicht in der gewohnten Umgebung befinden.

Dachshunde wurden bei der Jagd verwendet. Sie können Probleme selbst lösen und fühlen sich auf der Jagd pudelwohl. So sagen manche, nicht du trainierst den Dackel, sondern der Dackel trainiert dich.

Deshalb muss man darauf achten, ihm viel Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Nur so kann man ihn unter Kontrolle bekommen. Ansonsten wird er aufgrund seiner Eigenständigkeit Befehle nur ungern befolgen.

Dachshund lauschend

Beispiel: Man geht mit dem Dackel spazieren und er läuft schön im selben Tempo neben einem her. Doch dann aus heiterem Himmel rennt er los. Er weiß, wann er stoppen muss, weil er eine Ampel sieht und man weiß, das nichts passiert, aber ein Gefühl der Kontrolle stellt sich selten ein.

Das ist einfach so, weil der Dackel zwar die Befehle versteht, aber schlichtweg manchmal keine Lust hat, diese zu befolgen. Auch hält er sich nicht immer an Abmachungen.

Aber:

Je besser er trainiert wird, desto weniger lässt sich diese Tendenz beobachten. Ungeachtet dessen ist er ein liebevoller und vor allem treuer Begleiter mit einem stark ausgeprägten Beschützerinstinkt.

Es gibt einige Dackelmischlinge, die vom Wesen her etwas anders sind. Welche Eigenschaften hier besonders stark hervortreten, ist von Hund zu Hund verschieden.

Wühlen und Graben gehört einfach dazu

Da der Dackel gezüchtet wurde, um Tiere wie Dachse zu jagen, ist diese Eigenschaften tief in den Genen gespeichert. Wühlen, Graben, Buddeln, das kann man dem Dackel nicht vollständig abtrainieren.

Schaut man sich den Körper eines Dackels an, dann erkennt man sofort die kurzen Beide, die ihm ermöglichen, in den Bau kleinerer Tiere einzudringen und den langen Rumpf, mit dem sie sich wie ein Wurm im engen Raum bewegen können.

So sollte man den Dackel trainieren, diesen Aktivitäten dort nachzugehen, wo es keinen stört. Solange der Dackel nicht den Nachbargarten pflügt, ist, denke ich alles in Ordnung.

Zerbissene Spielzeuge

Der Dackel muss seinem Jagdtrieb irgendwie Luft machen und welche bessere Gelegenheit gibt es dazu, als an Dingen herumzubeißen? Dackel sind dafür bekannt, Hundespielzeug regelrecht zu zerfetzen. Ist das Spielzeug nicht robust, wird es innerhalb weniger Tage nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Loyalität ist das höchste Gebot

Was man von Dackelbesitzern oft hört, ist eine Sache, die den Dachshund von anderen Hunden unterscheidet: Er pickt sich meist eine Person heraus, zu der er besonders loyal ist.

Während Loyalität allgemein ein wichtiges Attribut für alle Hunde ist, kann der Dackel darüber hinaus ganz besonders loyal und fürsorglich gegenüber einer bestimmten Person sein. Diese sucht er sich aber selbst aus. Meistens ist es jedoch derjenige, der sich in seinem ersten Lebensjahr am meisten um ihm gekümmert hat.

Wer mit dem jungen Dackel Gassi geht, füttert und alles für sein Glück tut, der hat bei ihm definitiv ein Stein im Brett.

Der Dackel wird sich um alle Familienmitglieder sorgen, aber diese spezielle Bezugsperson wird eine ganz neue Ebene der Verbundenheit kennenlernen. Wer also einen extrem loyalen Hund sucht, der mit einem durch Dick und Dünn geht, ist mit dem Dackel gut beraten.

Dieses Verhalten hat aber auch eine Kehrseite. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Beschützerinstinkt zu einer Distanz gegenüber Fremden führt. Wenn der Dackel in unbekanntes Gesicht vorfindet, wird er dieses misstrauisch beobachten.

Dackel aggressiv

Als Wachhund ist der Dackel für sein scharfes Bellen bekannt, das schon mal Überhand nehmen kann. Falls sich ein Fremder zu sehr nähert, kann das schnell ungemütlich werden. Man muss diesem Verhalten ab und zu Einhalt gebieten, damit es nicht aus dem Ruder läuft.

Es soll auch häufiger vorkommen, dass der Dackel bei kleineren Streitereien innerhalb der Familie seinem Favoriten zur Hilfe kommt. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn er Hund das Bellen anfängt oder gar mit dem Maul in Richtung eines Familienmitglieds schnappt. Das gilt es zu unterbinden.

Der Dackel macht jeden Spaß mit

Viele, die bereits einmal einen Dackel hatte, sind der Meinung, dass in ihnen ein ausgeprägter Sinn für Humor steckt. Ihr starker Wille, ihre Intelligenz und ihr ausgeprägter Charakter sorgen dafür, dass man einem Dackel nicht widerstehen kann.

Dackel humorvoll

Manchmal sieht es einfach komisch aus, wie sich der Dackel mit seinen kurzen Beinen und dem langgezogenen Körper bewegt. Doch dem Dackel lacht gerne mit einem und muntert einen sogar auf, wenn es einem nicht gut geht.

Dackel machen einem gerne etwas nach und das bis hin zu Perfektion. Sie sind einfühlsam und wissen in jeder Situation, was zu tun ist. Aber aufgepasst, der Dackel folgt einem sogar bis ins Bett, wenn man dies nicht unterbindet.

Kommt der Dackel mit anderen Haustieren klar?

Da Dackel geborene Jäger sind, kommen sie oft nicht so gut mit kleinere Tieren klar. Gerade Tiere mit Fell, die ein Dackel im Wald antreffen könnte, wie Kaninchen, Meerschweinchen, Eichhörnchen etc. sind in Gefahr.

In einigen Fällen kann auch die Katze zum Opfer des Teckels werden. Zum Glück kann man dem entgegenwirken, indem man dem Dackel von Anfang an beibringt, dass es sich um Freunde handelt. Dies erfordert jedoch viel Disziplin und es passiert nicht von heute auf morgen.

Es muss nichts Schlimmes passieren. Dackel sind aber von Natur aus neugierig und werden sich die anderen Tiere genau ansehen. Gefällt ihnen etwas nicht, werden sie aber garantiert laut werden.

Ein Problem mit dem Dackel ist das „Kleiner-Hund-Syndrom“. Er verhält sich manchmal aggressiv gegenüber größeren Artgenossen.

Das Problem daran ist nicht in erster Linie die unangenehme Situation, der der kleine Dackel heraufbeschwört, sondern die Gefahr, in die er sich begeben kann. Als Jagdhund, der dazu gezüchtet wurde, größere Tiere aufzuscheuchen, denkt der Dackel gerne, besitzt er ein hohes Maß an Selbstvertrauen.

Während der größere Hund in der Lage ist, den Dackel zu beißen, kann dieser lediglich bellen. Reizt er den anderen Hund zu sehr, kann dies folglich schmerzhafte Folgen für den Dackel haben.

Es ist daher zu empfehlen, den Dackel an der kurzen Leine zu haben, wenn sich größere Hunde in der Nähe befinden.

In einigen Fällen, wenn sich die beiden Hunde besser kennen, ist das jedoch überhaupt kein Problem und beide kommen prächtig miteinander zurecht. Wie so oft ist der Schlüssel zum Erfolg die Gewohnheit.

Dackel und Kinder – Das sollte man beachten

Insofern der Dackel mit Kindern früh in seiner Entwicklung bekannt gemacht wird, gibt es keine Probleme. Im Gegenteil: Kinder und Dackel sind oft ein sehr gutes Gespann! Wenn der Dachshund bereits etwas älter ist und zur Familie stößt, kann es jedoch problematisch werden.

Ganz besonders aufpassen muss man dann, wenn Kinder sich raufen. Wie bereits vorher beschrieben ist der Dackel mit einem starken Beschützerinstinkt gesegnet und wird seinem Freund zur Hilfe kommen. Es ist daher wichtig, dabei zu sein, wenn das Kind mit anderen Kindern spielt und der Hund zugegen ist.

Ein anderer Punkt, den man beim Teckel beachten muss, ist sein langer Rumpf, der anfällig für Verletzungen ist. Gerade wenn man ihn ungeschickt hochhebt oder zu grob spielt, kann es zu Rückenverletzungen führen. Dass der Dackel so gut wie bei allem mitmacht, erhöht die Gefahr weiterhin.

Der Dackel braucht Aufmerksamkeit

Dackel sind auf der einen Seite zwar willensstark und unabhängig, aber auf der anderen Seite haben sie ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung. Besitzer müssen also viel Zeit mit ihnen verbringen, ansonsten werden sie schnell grantig.

Wenn der Dackel einen Menschen mag, weicht er kaum von seiner Seite und holt sich gerne ein paar Schmuseeinheiten ab. Sie haben sehr gerne Gesellschaft, solange sie mit dieser vertraut sind.

Wer schon einmal einen Dackel hatte, der weiß, wie gut dieser Emotionen lesen kann. Er weiß, wie man sich fühlt und kann sich schnell mit viel Empathie in die entsprechende Stimmung bringen. Er wird versuchen, seine Freunde aufzumuntern, darauf ist Verlass. Wenn du seine Bezugsperson bist, wird er alles dafür geben, dass es dir gut geht.

Dieses hohe Maß an Loyalität bedeutet aber auch, dass man als Besitzer nicht ewig fort sein darf. Wer oft unterwegs ist, für den ist ein Dackel daher nichts. Der Dackel braucht auf jeden Fall ein anderes Familienmitglied oder einen anderen Hund als Freund, damit er sich nicht alleine fühlt.

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